Ursprünge des Widerstands

Das Betriebsverfassungsgesetz:

Die aktuelle Version dieses Gesetzes entstand, wenn ich das richtig sehe, im Jahre 1999 ? Zumindest habe ich in dem Jahr ein erstes und zuvor einziges Memorandum über das genannte Gesetz geschrieben. Leider habe ich es damals nur an einen sehr kleinen Kreis verteilt.

Anlass war eine Einladung unserer IHK anlässlich der anstehenden Gesetzesänderung zu einem "Geschäftsessen". Die IHK hat damals massiv aber leider ohne Erfolg gegen das neue Betriebsverfassungsgesetz interveniert. Unser damaliger Betriebsratsvorsitzender hat mich begleitet und und von sich aus gegen seine Freistellung von der Arbeit protestiert ! Das dargebotene Essen war übrigens sicherlich an internationalen Masstäben gemessen sehr innovativ, hat aber dennoch wegen hohem Anteil an gesundem Gemüse nicht zwingend den Geschmack von unserem Betriebsratsvorsitzenen und mir getroffen.

Wir haben uns dann letztendlich in unserem Unternehmen damit geholfen, dass wir den "Betriebsrat" in "Mitarbeitervertretung" umgetauft haben, und uns ggf. auf altes Recht berufen. Zur Rechtsauseinandersetzung ist es allerdings noch nie gekommen. Dennoch agieren wir eigentlich gesetzwidrig ?

In der Distanz der Jahre muss ich feststellen, dass bereits das damalige Memorandum inhaltlich die gleiche grundsätzliche Kritik enthielt, wie heute "Wut und Widerstand"

Die Rechtschreibung:

Ich gebe dieses Memorandum 1999 hier im Wortlaut wieder. Bill Gates hat lediglich bei dem alten Text einige Rechtschreibfehler aufdecken können, wobei ich auf dem konsequenten Ersatz von "ss" statt "ß" beharre, weil die Schweizer das schon seit Jahrzehnten können. Ausserdem habe ich einige Schwächen in der Gross- Kleinschreibung und bei der Komma-Setzung. Die kann Bill Gates nicht so leicht aufdecken und ich geniesse es, dass ich es trotzdem zu "etwas gebracht habe" und dass die Rechtschreibug (noch) nicht sanktionsbewehrt ist - es sei denn bei den Kindern - aber das muss wohl bei massvollem Umgang mit dem Thema Rechtschreibung schon sein. Aber erleichtern könnte man m.E den Kindern, Journalisten und Schriftstellern das Leben schon, wenn man die Rechtschreibung auf ein vernünftiges liberales Niveau reduzieren würde.

Schweife ich vom Thema ab ?

Altersvorsorge:

Am 19.10.2003 habe ich nach umfassender Auseinandersetzung mit betrieblicher Altersvorsorge die erste Kapitulationserklärung verfasst. Diese wurde von einigen besonnenen Mitarbeitern im Keim erstickt. So haben wir dann ein "Zeitwert-Konten-Modell" in unserem Unternehmen eingeführt. Heute, 2 Jahre später muss ich mich erneut mit "SV-Luft", "Summenfelder-Methode" und "Optionsmodell" plagen, damit wir der Komplexität gerecht werden können.

Gleichzeitig schwelt die Wut im Bauch, weil eine neue Regierung ziemlich genau das Gegenteil praktizieren will, von dem was sie vor den Wahlen versprochen hat:
- Statt Subventionsabbau wird ein neuer "Subventionstopf" mit 25 Mrd. beschlossen.
Dazu benötigt man eine extra Stiftung, welche zum Bürokratieaufbau führt, statt des versprochenen Bürokratieabbaus.
- Statt Steuer-Abbau wird die Mehrwersteuer auf 19% erhöht und eine komplizierte "Reichensteuer" neu eingeführt. - Von Steuervereinfachung keine Rede mehr!
- Die im Wahlkampf tot geschwiegene Rentenpolitik wird im ersten Schritt damit angegangen, dass die Beiträge von 19,5 auf 19,9 ab 2007 erhöht werden, nachdem man im Jahr 2006 mit einem faulen und bürokratischen schon am 17.6.05 beschlossenen Trick zusätzliche 32 Mrd. Sozialbeiträge bei den Arbeitgebern abzocken will.

 

 Autor: Werner Paul  c/o  Paul Maschinenfabrik,  Dürmentingen,  Germany